Vitamin-B12-Mangel: Risikogruppen

Veganer und Vegetarier

Nennenswerte Mengen an Vitamin B12 sind nur in Lebensmitteln tierischen Ursprungs enthalten. So ist es nicht verwunderlich, dass Veganer als Risikogruppe Nummer 1 für einen Vitamin-B12-Mangel bekannt sind – denn sie verzichten vollständig auf Fleisch, Milch, Joghurt, Eier & Co. Ihnen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, unbedingt und dauerhaft ein Vitamin-B12-Präparat einzunehmen.1

Doch auch Vegetarier, bei denen zwar kein Fleisch, aber zumindest Milchprodukte und Eier auf den Tisch kommen, nehmen oft zu wenig Vitamin B12 auf. Deshalb sollten sie – vor allem bei erhöhtem Nährstoffbedarf (z. B. in Schwangerschaft und Stillzeit) – auf eine Vitamin-B12-reiche Ernährung achten und die Zufuhr ggf. durch geeignete Präparate verbessern.

  • 1 Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (Hrsg.): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin B12, Dezember 2018.

Ältere Menschen

Auch bei älteren Menschen ist die Vitamin-B12-Versorgung oft nicht ausreichend. Bis zu 30 Prozent der über 75-Jährigen haben sogar einen Mangel. Ein wichtiger Grund sind altersbedingte Veränderungen im Magen-Darm-Trakt, die die Aufnahme von Vitamin B12 beeinträchtigen. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von „Resorptionsstörungen“. Unter anderem sinkt schon ab einem Alter von etwa 50 Jahren die Produktion des sogenannten Intrinsic-Factor im Magen. Dabei handelt es sich um ein Transport-Protein, das eine besonders effektive Aufnahme von Vitamin B12 in die Darmzellen ermöglicht. Ist nicht ausreichend Intrinsic Factor vorhanden, kann sich trotz Vitamin-B12-reicher Ernährungsweise ein Mangel entwickeln. Gerade bei älteren Menschen kommen häufig noch chronische Erkrankungen oder Medikamente hinzu, die eine bedarfsgerechte Versorgung erschweren.

Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen

Vielfältige Grunderkrankungen können das Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel erhöhen, weil sie die Aufnahme oder Speicherung von Vitamin B12 im Körper beeinträchtigen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Magenerkrankungen (z. B. chronische Gastritis, teilweise Entfernung des Magens)
  • Darmerkrankungen (z. B. Zöliakie, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Chronische Lebererkrankungen
  • Erkrankung der Bauchspeicheldrüse (exokrine Pankreasinsuffizienz)

Menschen, die bestimmte Medikamente dauerhaft einnehmen

Auch zahlreiche Medikamente können die Entwicklung eines Vitamin-B12-Mangels begünstigen – insbesondere dann, wenn sie dauerhaft eingenommen werden müssen. Dazu zählen zum Beispiel magensäurehemmende Medikamente wie Antazida und Protonenpumpenhemmer. Darüber hinaus können auch bestimmte Diabetes- und Gicht-Medikamente sowie Mittel, die bei erhöhten Blutfettwerten und Epilepsie zum Einsatz kommen, problematisch sein.

Gut zu wissen: Ärztlich verordnete Medikamente dürfen nicht eigenmächtig abgesetzt werden. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine regelmäßige Kontrolle Ihres Vitamin-B12-Status sinnvoll ist.

Schwangere und Stillende

In Schwangerschaft und Stillzeit steigt der Bedarf an Vitamin B12. Daher kann sich ein Mangel in diesen Phasen besonders leicht entwickeln und sich negativ auf die Gesundheit von Mutter und Kind auswirken. Umso wichtiger ist es, auf eine Vitamin-B12-reiche Ernährung zu achten. Doch Vorsicht: Leber enthält zwar viel Vitamin B12, sollte aber in der Schwangerschaft aufgrund der hohen Vitamin-A-Konzentrationen nicht verzehrt werden. Auch rohes oder nicht durchgebratenes Fleisch ist tabu. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Frauenarzt zum Thema Vitamin B12 in Schwangerschaft und Stillzeit beraten.

Wichtig: Insbesondere Schwangeren und Stillenden, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, wird angeraten, geeignete Vitamin-B12-Präparate einzunehmen.